Auf meinem jährlichen Streifzug durch Asien führte mich mein Weg trotz oder gerade wegen der politisch instabilen Lage auch dreimal wieder nach Thailand. Nach über 36 Jahren in ununterbrochener Reihenfolge bin ich stets aufs Neue begeistert von Thailand und speziell von meinen Streifzügen durch die asiatische “Boomtown” Bangkok und den zahlreichen Begegnungen mit Menschen aller Couleur, die mir in diesem “Schmelztiegel der Nationen” wiederfahren.

 

Bangkok2014 (43)Da die Lage in Thailands Hauptstadt nunmehr seit Oktober 2013 weiterhin unübersichtlich und eine politische Lösung nicht in Sicht ist, will ich die Situation auch nicht verharmlosen, aber dennoch gibt es inmitten des mal größeren und mal kleineren Chaos immer wieder Szenen, die so nur in Thailand denkbar sind.

 

Seit Wochen bin ich, wie in jedem Jahr, wieder in Südostasien unterwegs, Bangkok2014 (64)eine schöne, eine unverändert spannende Gewohnheit. Die Szenerie der Bangkok-Proteste wollte ich aus nächster Nähe erleben – Reportertrieb – , und so mischte ich mich unter die Demonstranten. So lange diese nicht mit politischen Gegnern oder Polizei in Gewalt aneinander geraten, laufen Ausländer weder in Thailand noch speziell in Bangkok keinerlei Gefahr. Im Gegenteil: Sie werden freundlich begrüßt und eingeladen zur Party zwischen Garküchen und Souvenirständen. Leider bemerkt der Thai nicht oder zu spät, dass er sich mit langanhaltenden Aktionen dieser Art langfristig mehr schadet als nutzt. Aber das ist ihm auch egal.

 

Bangkok2014 (55)Der Zufall wollte es, dass ich in die Nähe von Suthep Thaugsuban geriet. Das ist der 64-jährige Politiker, ehemals Vize-Premierminister der Demokratischen Partei, der die Anti-Regierungsdemonstrationen vor fünf Monaten startete und vermutlich selbst davon überrascht war, welche Massen er bewegen konnte. Nun wird er von seinen Sympathisanten verehrt wie ein Popstar, seine Gegner hingegen wünschen ihn zur Hölle. Die Proteste, als Bangkok-Shut-Down proklamiert, bringen das Land langsam, aber sicher an den Rand einer Rezession. Am Rande einer Depression stehen dabei Tausende von Restaurantbesitzer, Hotels und Marktständler, die auf den Tourismus angewiesen sind. Aber Touristen bleiben, in Unkenntnis der wahren Situation vor Ort, vorsichtshalber zu Hundertausenden zu Hause. Und das, obwohl Bangkok nach wie vor eine sichere Stadt ist, wenn man sich an Vorsichtsmaßnahmen hält, wie sie weltweit in Mega-Citys üblich sind. Wer Bangkok in diesen Tagen und Wochen besucht, findet diesen süd-ost-asiatischen Hotspot vor wie immer: 12,9 Millionen Menschen gehen dem täglichen Treiben nach und 100.000 demonstrieren. Richten aber einen ökononischen Schaden in Milliardenhöhe an. Das war Thailand, das ist Thailand und das wird wohl auch so bleiben. Aber der Schönheit des Landes wird dies wie immer keinen Abbruch tun.

 

Zurück auf die Strasse: Aus Sicherheitsgründen wechselt dieser Suthep, selbsternannter Führer der ausserparlamentarischen Opposition (People’s Democratic Reform Committee, kurz PDRC)  in Thailands Hauptstadt täglich Fahrzeug und Route, und so war ich schon überrascht, wie nahe ich ihm problemlos kam. Da ich das einzige fremde Gesicht in der Thai-Menge war, rief er mich heran: „Which country are you from?“ „Germany“. „Germany is a good country“, erwiderte er lächelnd, und so entstand das Erinnerungsfoto mit Suthep und Huppi.

 

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort – dies ist das Glück, das Reisende oft empfinden. Reisen ist meine Passion, und Südostasien gehört meine Zuneigung. Passion und Zuneigung habe ich deshalb in ein eigenes Webportal gepackt: www.huppisworld.com. Schauen Sie doch mal rein, was HuppisWorld ansonsten noch zu bieten hat.

 

Blättern Sie durch nachfolgende Fotogalerie, die einen kleinen Eindruck der täglichen Proteste und den damit verbundenen Folgen in und um Bangkok vermittelt