In der Mitte Europas eingebettet, ist für uns Deutsche an den meisten Tagen des Jahres das spanische Mittelmeer weit weg. Anders zu Urlaubszeiten, wenn es Hundertausende an die im europäischen Vergleich relativ sauberen Strände von Ibiza und Formentera zieht. Dort aber ziehen seit einiger Zeit  “schwarze Wolken” am Himmel auf. Im Golf von Valencia, nur 40 Kilometer vor der Küste Ibizas und Formenteras, suchen der schottische Mineralölkonzern Cairn Energy und die spanische Gesellschaft Capricorn Spain Lt. nachh Erdöl und Erdgas. Das Projekt befindet sich im dritten Jahr schon in der zweiten Phase und ist somit in vollem Gang. Die Informationen über die  Suche nach dem “schwarzen Gold” in unmittelbarer Nähe der Badestrände sickerten in der Vergangenheit nur “tröpfchenweise” durch. Immer wieder war und ist es die langjährige Inselresidentin und freie Journalistin Wiltrud Schwetje, die mahnend und informierend auf ihrer dafür eigens eingerichteten Website www.saveibiza.com auf die bevorstehende Gefahr hinweist. Dabei geht es in erster Linie noch nicht einmal um den “worth case” eines Unfalls, sondern darum, dass Erdölbohrungen nachweislich schleichend das Meer kontaminieren. Einer Allianz, die sich mit Namen ” Allianza Mar Blava – Ibiza y Formentera libre de prospecciones” gegründet hat,  sind innerhalb weniger Wochen bereits über 50 Gruppierungen beigetreten. Darunter Institutionen, Umweltschutzorganisationen, soziale Gruppen, Privatleute und Unternehmer, die eng mit dem Meer verbunden sind wie Nautik-Clubs oder Fischereiverbände. Auch die Seegraswiesen zwischen Ibiza und Formentera, seit 1999 Weltnaturerbe der UNESCO, wären gefährdet. Erdölbohrungen könnten dieser für den Sauerstoffgehalt des Meeres so wichtigen Pflanze erheblichen Schaden zufügen. Mittlerweile hat der Inselrat von Ibiza und Formentera die europäische Umweltkommission eingeschaltet und auch von dort Unterstützung im Kampf gegen die Erdölsuche erhalten. Spaniens Energiepolitik stößt allgemein auf sozialen Wiederstand. Nicht nur auf Ibiza und Formentera, auch auf den Kanarischen Inseln, wo der Energieriese Respsol plant, vor der Küste der Kanaren Ölfördertürme zu errichten. Experten gehen von dabei Rohölfördermengen vor den Kanaren von annähernd 900 Millionen Tonnen Rohöl aus. Für das krisengeschüttelte Spanien wäre das ein milliardenschwerer Segen. Das spanische Industrieministerium, einzig die Petro-Dollars vor Augen, verweist immer wieder darauf, dass Erdölbohrungen vor Ibiza/Formentera und den Kanarischen Inseln im Interesse aller Spanier sein muss, da das Land täglich ca. 1,5 Millionen Barrel Öl verbraucht und diesen Konsum zu annähernd 100 Prozent durch teure Importe abdecken muss.