…bin ich als Sportjournalist und Fußballfan rund um die Diskussion der WM-Vergabe nach Katar um den Schlaf gebracht. Es gibt keine neuen Erkenntnisse und genau das ist das Dilemma. Weltweite Proteste prallen an der korrupten FIFA-Altherren-Garde ab. Diejenigen, die immer noch darauf hoffen, dass irgendwo und irgendwann eine höhere Einsicht diese unsinnige Vergabe noch stoppt, sind Träumer und leiden an Non-Realismus, derweil in Katar unter Bedingungen der Lohnsklaverei weiter Fussball-Stadien gebaut werden.

 

Fußballverbände, Fußballpräsidenten, Fußball-Weltstars, Menschenrechtsorganisationen, der internationale Gewerkschaftsbund, hochrangige Politiker und Millionen Menschen, ob Fußball verbunden oder nicht, stehen der WM-Vergabe nach Katar nach wie vor unverändert kritisch gegenüber, wirken teilweise massiv auf die FIFA ein. Ohne Chance darauf, Gehör zu finden. Das Gezerre um die zeitliche Verlegung der WM spaltet die Fußballwelt ein zweites Mal. Wir dürfen gespannt sein, was der imaginäre runde Tisch aller vermeintlich Beteiligten in 2014 an Lösungen präsentiert. Egal was kommt, es wird keine einvernehmliche Lösung sein und die Diskussionen werden bis zum Anpfiff im Eröffnungsspiel 2022 nicht aufhören.

 

ENDERGEBNIS: Die FIFA hat ein Gespür dafür, ihr schlechtes Image geradezu narzistisch zu pflegen. Dabei hat die FIFA, wie das IOC, wie kaum eine politische Organisation die Macht, größtmöglichen Einfluss zu nehmen. Wenn denn schon Katar, dann bitte vorher mit einer klaren Ansage und klaren Vereinbarungen, dass die Wahl nur dann auf den Wüstenstaat fällt, wenn die Menschen-und vor allem die Frauenrechte respektiert werden. Das wäre auch in den Augen der Weltöffentlichkeit das stärkere Signal, als den Kataris die WM einfach zu geben.